Ein Aräometer ist auf eine bestimmte Oberflächenspannung (= meßbare Zugspannung in einer Flüssigkeitsoberfläche, die bewirkt, daß die Prüfflüssigkeit am Aräometerstengel wulstförmig hochsteigt) justiert. Die Größe bzw. das Gewicht des Wulstes (Meniskus) beeinflußt spürbar die Eintauchtiefe des Aräometers und dadurch die Anzeige. Die Oberflächenspannung ist sehr stark abhängig von der jeweiligen Prüfflüssigkeit. Wählen Sie deshalb ein Aräometer, das auf die Oberflächenspannung der Prüfflüssigkeit abgestellt ist. Die Oberflächenspannungen von Flüssigkeiten können i.d.R. aus Tabellen entnommen oder mit Spezialmeßgeräten ermittelt werden.
Bei Fehlen eines Kundenwunsches teilt KÜBLER die Oberflächenspannung folgendermaßen zu:
| Dichtemeßbereiche
(kg/m3) |
Oberflächenspannungs-
bereiche ( mN/m ) |
Oberflächenspannungs-
klassen |
| 600 bis 1000 | 15 bis 35 | L (ow) |
| 1000 bis 1500 | 35 bis 55 | M (edium) |
| 1500 bis 2000 | 75 | H (igh) |
Liegt der Meßbereich eines Aräometers nicht innerhalb eines der obigen Dichteintervalle, dann wählen wir eine Oberflächenspannung, die sich insbesondere am mittleren Dichtewert des Aräometers orientiert.
Bei einem Aräometer, das zur Messung einer ganz bestimmten Flüssigkeit gebaut wurde (Name der Flüssigkeit ist dann grundsätzlich auf einem Skalenträger des Aräometers vermerkt, z.B. "Äthanol-Wasser-Mischung" oder "Traubenmost"), braucht die Oberflächenspannung nicht berücksichtigt zu werden, weil sie bereits bei der Konstruktion berücksichtigt wurde.
Wird ein Aräometer für Flüssigkeiten mit wesentlich anderer Oberflächenspannung benutzt als die, für die es justiert ist, wird also der Wulst größer oder kleiner als vorgesehen und somit das Aräometer mehr oder weniger tief in die Flüssigkeit eingesenkt, müssen für sehr genaue Messungen Korrektionen durchgeführt werden.
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